Letzte Woche haben wir den Blick geweitet: Wir sind vom einzelnen „Resilienzbaum“ zum ganzen Wald übergegangen. Wir haben gesehen, dass echte Team-Resilienz durch das unsichtbare Netzwerk zwischen uns entsteht – vergleichbar mit dem Wood Wide Web des Waldes.
Wenn wir in unseren Trainings mit Unternehmen arbeiten, kommt an dieser Stelle fast immer eine Frage auf: „Und wo stehe ich da als Führungskraft? Bin ich der Förster, der alles von außen steuert?“
Die Antwort aus der Natur ist verblüffend anders. Du bist nicht der Förster. Wenn du gut führst, bist du ein Leitbaum.
Das Geheimnis der Mutterbäume
In der Waldökologie weiß man heute, dass nicht alle Bäume im Netzwerk gleich agieren. Es gibt sogenannte Mutterbäume (oder Hub Trees). Das sind meist die ältesten, größten und stärksten Bäume im Wald.
Lange dachte man, diese Giganten nehmen den kleinen Bäumen nur Licht und Platz weg. Das Gegenteil ist der Fall: Sie sind die wichtigsten Knotenpunkte im Netzwerk. Durch ihre tiefen Wurzeln haben sie Zugang zu enorm vielen Ressourcen. Über das Pilznetzwerk im Boden pumpen sie Nährstoffe gezielt zu den jüngeren Bäumen, die im Schatten stehen und Hilfe brauchen. Sie warnen das Netzwerk als Erstes vor Gefahren und halten das ganze System stabil.
Leadership übersetzt: Bist du ein Leitbaum?
Was bedeutet das für dich als Führungskraft oder Projektleiter im Joballtag? Ein Leitbaum führt nicht durch Dominanz oder Mikromanagement, sondern durch Versorgung und Verbindung.
Hier sind drei Qualitäten eines Leitbaums, die starke Leader auszeichnen:
1. Das Netzwerk überblicken und nähren
Ein Leitbaum hortet seine Ressourcen nicht für sich. Als resiliente Führungskraft hast du vielleicht mehr Erfahrung, ein größeres Netzwerk im Unternehmen oder einen besseren Informationsfluss. Deine Aufgabe ist es, diese "Nährstoffe" an dein Team weiterzugeben. Wer braucht gerade welches Wissen? Wer braucht Unterstützung, weil das Projekt stagniert?
2. Psychologische Sicherheit bieten (Schatten spenden)
Die großen Bäume schützen den Waldboden vor Austrocknung und die jungen Triebe vor dem härtesten Wind. Im Job nennen wir das Psychologische Sicherheit. Ein gutes Leadership-Team stellt sich vor seine Mitarbeiter, wenn von oben (oder von Kunden) Stürme aufziehen. Wenn das Team weiß, dass der Leitbaum den gröbsten Druck abfängt, traut es sich, innovativ zu arbeiten und Fehler offen zuzugeben.
3. Platz für die nächste Generation machen
Ein gesunder Wald ist immer im Wandel. Wenn ein alter Leitbaum irgendwann fällt, hinterlässt er eine Lücke im Kronendach, durch die das Licht genau auf die Jungbäume fällt, die er jahrelang genährt hat. Gute Führungskräfte haben keine Angst davor, dass ihre Mitarbeiter wachsen. Sie bereiten sie aktiv darauf vor, irgendwann selbst in die Sonne zu rücken.
Wo steht dein Team im Wald?
Führung ist in stressigen Zeiten unglaublich fordernd. Wer für andere Schatten spenden will, braucht selbst ein extrem gutes Fundament – starke Wurzeln, an denen wir in den ersten Wochen dieser Serie gearbeitet haben.
Manchmal hilft es, das Büro einfach hinter sich zu lassen, um die eigene Rolle im System wieder klarer zu sehen. In unseren Outdoor-Trainings in Heidelberg und Mainz schauen wir uns ganz praktisch an: Wie kommuniziert ihr? Wer übernimmt welche Rolle? Und wie könnt ihr euer Team-Netzwerk so stärken, dass der nächste Sturm euch nicht umwirft?
Komm mit uns raus und entdecke dein Leadership-Potenzial neu.
Wir sehen uns im Wald!
aufBäumen- Draußen entwickelt sich mehr!

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